Papierchaos, Tickets & KI: So haben wir unser Büro digitalisiert
Papierstapel, Zurufe im Flur, verlorene Aufgaben und manuelle Routinen – viele Büros kennen dieses Bild nur zu gut. Beim Büromöbelexperten wurde genau hier angesetzt: Schritt für Schritt wurde das Unternehmen in den letzten Jahren digitalisiert und automatisiert. Das Ziel war klar: effizientere Abläufe, bessere Zusammenarbeit und weniger Reibungsverluste im Alltag. Ich fasse hier die wichtigsten Erkenntnisse und Praxisbeispiele aus dem Podcast zusammen.
Der Ausgangspunkt: Vom Aktenordner zur digitalen Struktur
Papier als größter Bremsklotz
Wie in vielen Unternehmen begann alles mit Papier: Aktenordner im Keller, physische Personalakten, Rechnungen und Verträge, die nur vor Ort verfügbar waren. Spätestens mit dem Wunsch nach Homeoffice wurde klar, dass dieses System an seine Grenzen stößt.
Der erste große Schritt war daher die konsequente Digitalisierung von Dokumenten:
- Alte Unterlagen wurden gesichtet, eingescannt oder entsorgt
- Aufbewahrungspflichten wurden berücksichtigt
- Papierpost wird heute direkt gescannt und anschließend vernichtet
Scannen allein reicht nicht
Ein wichtiger Lernpunkt: Digital heißt nicht automatisch ordentlich.
Neben dem Scannen brauchte es:
- klare Benennungsregeln
- eine saubere Ablagestruktur
- Entscheidungen darüber, was lokal gespeichert wird und was in der Cloud liegt
Digitale Dokumentenablage und Personalverwaltung
Zentrale Ablage statt Sucherei
Dokumente werden heute systematisch abgelegt – entweder lokal oder in spezialisierten Systemen. Besonders sensible Bereiche wie Personalunterlagen liegen in einer digitalen Personalakte (z. B. bei DATEV).
Das bringt klare Vorteile:
- schneller Zugriff auf Dokumente
- ortsunabhängiges Arbeiten
- weniger Rückfragen und Nachdrucke
Digitale Lohnabrechnungen
Auch Lohn- und Gehaltsabrechnungen werden nicht mehr ausgedruckt und verteilt. Mitarbeitende erhalten eine Benachrichtigung und können ihre Unterlagen jederzeit digital abrufen – ein echter Gewinn für alle Beteiligten.
Aufgaben, Tickets und Wissensmanagement
Schluss mit Zurufen und Notizzetteln
Ein zentrales Problem im Büroalltag: Aufgaben gehen verloren.
Die Lösung war die Einführung eines Ticket- und Aufgabenmanagementsystems (z. B. Jira).
Vorteile:
- Aufgaben sind dokumentiert
- Verantwortlichkeiten sind klar
- nichts geht mehr „zwischen Tür und Angel“ verloren
Gerade in Bereichen wie IT oder Webentwicklung ist diese Struktur unverzichtbar.
Internes Wiki statt Wissensinseln
Zusätzlich wurde ein internes Wiki aufgebaut (z. B. mit Confluence):
- Arbeitsanleitungen
- Herstellerinformationen
- Prozessbeschreibungen
- Meeting-Protokolle
So entsteht eine zentrale Wissensbasis, die neue Mitarbeitende entlastet und bestehende Teams effizienter macht.
Digitale Zeiterfassung und moderne Zusammenarbeit
Zeiterfassung vor der Pflicht
Schon lange vor der gesetzlichen Pflicht wurde eine digitale Zeiterfassung eingeführt – aus einem einfachen Grund: Transparenz und Komfort.
Die Vorteile:
- Erfassung per Smartphone, Tablet oder PC
- klare Nachweise
- weniger Diskussionen
Kalender, Räume und Online-Meetings
Digitale Kalender, Raum-Buchungen und Online-Meetings sind heute selbstverständlich – ein wichtiger Baustein für hybrides Arbeiten und standortübergreifende Teams.
Automatisierung und KI im Büroalltag
Wiederkehrende Aufgaben identifizieren
Der wichtigste Grundsatz bei der Automatisierung lautet:
Alles, was sich regelmäßig wiederholt, ist ein Kandidat für Automatisierung.
Ein Beispiel ist die Provisionsabrechnung:
- Daten werden aus dem Warenwirtschaftssystem gezogen
- über Tools wie Power BI aufbereitet
- automatisch Mitarbeitenden zugeordnet
KI als persönlicher Assistent
Künstliche Intelligenz wird gezielt für Routinetätigkeiten eingesetzt, zum Beispiel:
- Erstellung von Produktbeschreibungen aus PDFs, URLs oder Texten
- Zusammenfassungen und Strukturierung von Inhalten
- Aufbereitung von CSV-Dateien aus Zahlungs- oder Abrechnungssystemen
Was früher viel Zeit gekostet hat, erledigt KI heute in Sekunden – mit einer kurzen menschlichen Kontrolle am Ende.
KI-generierte Bilder und Visualisierungen
Auch im Produktmanagement spart KI Zeit:
- 3D-Daten werden in Bilder umgewandelt
- KI erstellt realistische Milieubilder
- Ergebnisse werden direkt für Shop und Marketing genutzt
Datenschutz nicht vergessen
Bei aller Begeisterung für KI gilt:
- keine sensiblen personenbezogenen Daten unbedacht hochladen
- auf DSGVO-konforme Anbieter achten
- ggf. KI-Systeme selbst hosten oder über europäische Anbieter nutzen
Datenschutz bleibt Chefsache – auch bei Automatisierung.
Fazit: Einfach anfangen – Schritt für Schritt
Die wichtigste Erkenntnis aus der Digitalisierung beim Büromöbelexperten:
- nicht alles auf einmal wollen
- mit kleinen, konkreten Problemen starten
- wiederkehrende Aufgaben identifizieren
- passende Tools auswählen
Digitalisierung ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess – mit enormem Potenzial für Zeitersparnis, Transparenz und bessere Zusammenarbeit.
Zum Podcast auf YouTube:
https://www.youtube.com/watch?v=QdwBprNhGoY
