Mein Weg von der Pizza zur Selbstständigkeit
Ich erinnere mich noch genau: Ich war 18, lieferte Pizza aus, verdiente mir nebenbei ein paar Mark. Wer hätte gedacht, dass diese kleinen Lieferfahrten Jahre später den Grundstein für meine eigene Firma legen würden – mit Online-Shops für Büromöbel und einem Team, das ich heute sehr stolz leite.
Es klingt verrückt, aber genau diese ersten Jobs, das Handwerk und das frühe Anpacken haben mir gezeigt: Es geht nicht nur ums Geld, sondern darum, etwas zu schaffen, das Sinn macht.
Vom Pizza-Lieferanten zum Dachdecker und IT-Enthusiasten
Meine erste Ausbildung machte ich als Dachdecker. Damals wusste ich noch nicht, wohin mein Weg gehen würde. Ich habe gemerkt, dass mir praktische Arbeit Spaß macht, dass ich lernen will und mich für Technik interessiere. Parallel habe ich meinen Zivildienst absolviert – eine Zeit, die mich unglaublich geprägt hat. Ich musste mit anpacken, Verantwortung übernehmen und gleichzeitig die Menschen um mich herum unterstützen.
Während dieser Zeit begann ich mich auch für IT zu interessieren. Ich habe kleine Weiterbildungen in Windows und Linux gemacht und mir das Programmieren angeeignet. So entstand der Gedanke, Wirtschaft und Technik zu verbinden – und damit begann mein Weg in die Selbstständigkeit.
Der Sprung ins Online-Business
Durch familiäre Kontakte kam ich in den Onlinehandel für Büromöbel. Niemand hat damals daran geglaubt, dass sich im Internet Möbel verkaufen lassen. Ich schon – und begann, Stück für Stück, mit eigenen Shops, Marketing, Produktmanagement alles selbst aufzubauen.
Die ersten anderthalb Jahre waren intensiv: Ich habe zwei Online-Shops parallel aufgebaut, alles alleine organisiert. Dann ging mein damaliger Chef insolvent. Plötzlich stand ich vor einer riesigen Herausforderung – und zugleich vor einer Chance: Ich übernahm die Verantwortung, entschied mich, selbstständig weiterzumachen.
Ich erinnere mich an den Moment, als meine Mutter mir sagte: „Hier, 5.000 Euro. Damit kannst du die Löhne zahlen.“ Dieses Vertrauen war unbezahlbar. Es war das Signal: Jetzt machst du dein Ding, egal was kommt.
Selbstständigkeit: Angst, Verantwortung und Freude
Viele fragen mich: „Hattest du nie Angst vor großen Zahlen oder Verantwortung für viele Arbeitsplätze?“ Klar, Angst hatte ich. Aber ich wusste: Wer nichts wagt, gewinnt auch nichts. Ich wollte ein Umfeld schaffen, in dem ich und mein Team wirklich gern arbeiten – und das war die treibende Motivation.
Es geht nicht nur ums Geldverdienen. Es geht darum, Spaß zu haben, eigene Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu tragen und das Team mitzunehmen. Gerade diese Philosophie hat uns geholfen, auch schwierige Phasen zu meistern.
Krisen meistern: Insolvenz, Wachstum, Struktur
Die ersten Jahre waren turbulent. Wir wuchsen schnell von drei auf 15 Mitarbeiter, gewannen Großkunden, bauten einen Showroom und Fachhandel auf – alles gleichzeitig. Es gab Momente, die schwer waren: Kündigungen, finanzielle Engpässe, strategische Entscheidungen.
Ich habe gelernt: Als Geschäftsführer muss man Kritik aushalten, Entscheidungen treffen, die manchmal weh tun – aber immer mit dem Ziel, das Unternehmen und das Team voranzubringen. Strukturen und klare Prozesse helfen dabei, dass jeder weiß, wohin wir gehen, ohne dass die Freiheit und Kreativität verloren gehen.
Teamkultur und Motivation
Mir ist besonders wichtig, dass wir ein Umfeld schaffen, in dem Teammitglieder Verantwortung übernehmen können, Ideen einbringen dürfen und gemeinsam wachsen. Wir sind jung, dynamisch, aber strukturiert – jeder hat die Möglichkeit, etwas zu bewegen.
Klar, wir haben Hochs und Tiefs. Aber gerade in den Tiefs merkt man, wie stark das Team ist, wie wichtig Kommunikation und Zusammenhalt sind. Das ist für mich der Kern einer erfolgreichen Unternehmenskultur.
Mentoring und Netzwerk
Auch ich als Geschäftsführer bin nicht allein. Ich habe eine Mastermind-Gruppe, in der ich mich mit anderen Geschäftsführern austausche, Probleme bespreche und Lösungen finde. Dieser Austausch ist unbezahlbar – gerade für Entscheidungen, die niemand sonst im Unternehmen so überblickt wie ich.
Das zeigt: Netzwerken, Rat suchen und Erfahrungen teilen ist entscheidend, wenn man sein eigenes Unternehmen leitet.
Die Zukunft gestalten
Heute liegt unser Fokus auf zwei Bereichen: Online und Fachhandel. Online ermöglicht es uns, deutschlandweit Kunden zu erreichen, Fachhandel bietet Stabilität und persönliche Beratung. Wir wollen weiter wachsen, Prozesse optimieren, unser Team fördern – aber immer mit dem Blick darauf, dass Arbeit Freude machen darf.
Mein Ziel ist klar: Ein Unternehmen zu schaffen, in dem wir alle gerne arbeiten, Herausforderungen meistern und gleichzeitig Spaß haben. Wer sein eigenes Business startet, sollte immer daran denken: Risiko gehört dazu – aber es lohnt sich, wenn man etwas aufbaut, das wirklich zählt.
Mein Tipp an Gründer
Wenn ihr selbst gründen wollt: Tut es nicht allein. Vernetzt euch mit Menschen, die Erfahrung haben. Hört auf Mentoren, probiert aus, macht Fehler – und lernt daraus. Risiken sind Teil des Spiels, aber die Belohnung ist die Freiheit, etwas Eigenes zu schaffen.
Ich hoffe, meine Geschichte inspiriert euch, mutig zu sein, Chancen zu ergreifen und euer eigenes Umfeld zu gestalten – beruflich wie persönlich.
